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Auslastung im Mietpark messen: Kennzahlen, Rechenbeispiel und Entscheidungen

Ob ein Gerät sich rechnet, zeigt nicht der Eindruck im Lager, sondern die Auslastung über einen ausreichend langen Zeitraum. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Kennzahlen, rechnet sie an einem Beispiel durch und zeigt, welche Entscheidungen sich daraus ableiten lassen.

nice2CU RedaktionVeröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Gestapelte Flightcases auf Rollen und abgedeckte Geräte in einem Lagerraum mit gelber Wand

Auf einen Blick

  • Die zeitliche Auslastung setzt die Tage, an denen ein Gerät gebunden war, ins Verhältnis zu den Tagen, an denen es im Bestand war.
  • Auslastung allein reicht nicht: Umsatz je Gerät, Standzeit, Ausfallquote und Zumiete gehören dazu.
  • Durchschnittswerte über eine Artikelgruppe verdecken Engpässe. Für Zukaufentscheidungen zählen die Spitzen.
  • Messen Sie rollierend über zwölf Monate, sonst verzerrt die Saison das Bild.
Inhalt

Die wichtigsten Kennzahlen

KennzahlBerechnungWofür
Zeitliche AuslastungGebundene Gerätetage ÷ BestandstageWie viel der verfügbaren Zeit war das Gerät im Einsatz?
Netto-AuslastungGebundene Gerätetage ÷ (Bestandstage − Ausfalltage)Auslastung der tatsächlich einsetzbaren Zeit
AusfallquoteTage in Reparatur oder Prüfung ÷ BestandstageZustand und Instandhaltungsaufwand
Umsatz je GerätMietumsatz der Gruppe ÷ Anzahl GeräteErtrag im Vergleich zur Anschaffung
Umsatz je BestandstagMietumsatz ÷ BestandstageVergleich zwischen Artikeln mit unterschiedlicher Stückzahl
StandzeitTage seit der letzten VermietungKandidaten für Verkauf oder Aussortieren
SpitzenauslastungTage, an denen der gesamte Bestand gebunden warEngpässe und Bedarf an Zumiete oder Zukauf
ZumietquoteZugemietete Gerätetage ÷ gebundene GerätetageWie oft reicht der eigene Bestand nicht?
  • Zeitliche Auslastung

    Berechnung
    Gebundene Gerätetage ÷ Bestandstage
    Wofür
    Wie viel der verfügbaren Zeit war das Gerät im Einsatz?
  • Netto-Auslastung

    Berechnung
    Gebundene Gerätetage ÷ (Bestandstage − Ausfalltage)
    Wofür
    Auslastung der tatsächlich einsetzbaren Zeit
  • Ausfallquote

    Berechnung
    Tage in Reparatur oder Prüfung ÷ Bestandstage
    Wofür
    Zustand und Instandhaltungsaufwand
  • Umsatz je Gerät

    Berechnung
    Mietumsatz der Gruppe ÷ Anzahl Geräte
    Wofür
    Ertrag im Vergleich zur Anschaffung
  • Umsatz je Bestandstag

    Berechnung
    Mietumsatz ÷ Bestandstage
    Wofür
    Vergleich zwischen Artikeln mit unterschiedlicher Stückzahl
  • Standzeit

    Berechnung
    Tage seit der letzten Vermietung
    Wofür
    Kandidaten für Verkauf oder Aussortieren
  • Spitzenauslastung

    Berechnung
    Tage, an denen der gesamte Bestand gebunden war
    Wofür
    Engpässe und Bedarf an Zumiete oder Zukauf
  • Zumietquote

    Berechnung
    Zugemietete Gerätetage ÷ gebundene Gerätetage
    Wofür
    Wie oft reicht der eigene Bestand nicht?

Gebunden heißt: Das Gerät stand für einen anderen Auftrag nicht zur Verfügung. Dazu gehören Transport, Aufbau und der Rücklauf bis zur erneuten Verfügbarkeit, nicht nur die berechneten Miettage. Wer nur berechnete Tage zählt, unterschätzt die Bindung, etwa bei Wochenendmieten, die als ein Tag abgerechnet werden.

Rechenbeispiel: zehn Moving Heads im dritten Quartal

Die folgenden Zahlen sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung. Ein Vermieter hat zehn baugleiche Moving Heads. Betrachtet wird das dritte Quartal mit 92 Tagen.

GrößeWertRechnung
Bestandstage92010 Geräte × 92 Tage
Gebundene Gerätetage506Summe aller Tage außer Haus inkl. Transport und Rücklauf
Ausfalltage46Reparatur, Prüfung, Reinigung
Zeitliche Auslastung55,0 %506 ÷ 920
Netto-Auslastung57,9 %506 ÷ (920 − 46)
Ausfallquote5,0 %46 ÷ 920
Berechnete Miettage398laut Rechnungen
Mietumsatz17.910 €398 × 45 € netto je Miettag
Umsatz je Gerät1.791 €17.910 € ÷ 10
Umsatz je Bestandstag19,47 €17.910 € ÷ 920
Spitzentage11alle zehn Geräte gebunden
Zugemietete Gerätetage34à 30 € = 1.020 € Zumietkosten
  • Bestandstage

    Wert
    920
    Rechnung
    10 Geräte × 92 Tage
  • Gebundene Gerätetage

    Wert
    506
    Rechnung
    Summe aller Tage außer Haus inkl. Transport und Rücklauf
  • Ausfalltage

    Wert
    46
    Rechnung
    Reparatur, Prüfung, Reinigung
  • Zeitliche Auslastung

    Wert
    55,0 %
    Rechnung
    506 ÷ 920
  • Netto-Auslastung

    Wert
    57,9 %
    Rechnung
    506 ÷ (920 − 46)
  • Ausfallquote

    Wert
    5,0 %
    Rechnung
    46 ÷ 920
  • Berechnete Miettage

    Wert
    398
    Rechnung
    laut Rechnungen
  • Mietumsatz

    Wert
    17.910 €
    Rechnung
    398 × 45 € netto je Miettag
  • Umsatz je Gerät

    Wert
    1.791 €
    Rechnung
    17.910 € ÷ 10
  • Umsatz je Bestandstag

    Wert
    19,47 €
    Rechnung
    17.910 € ÷ 920
  • Spitzentage

    Wert
    11
    Rechnung
    alle zehn Geräte gebunden
  • Zugemietete Gerätetage

    Wert
    34
    Rechnung
    à 30 € = 1.020 € Zumietkosten

Auf den ersten Blick wirkt der Bestand mit 55 % gut, aber nicht voll ausgelastet. Die Spitzentage zeigen ein anderes Bild: An elf Tagen reichte er nicht, und es wurden insgesamt 34 Gerätetage zugemietet. Gleichzeitig werden nur 398 der 506 gebundenen Tage berechnet, rund 79 %. Die Differenz entsteht durch Transport, Rücklauf und Pauschalen und ist ein Ansatzpunkt für die Preisgestaltung.

Lohnt sich ein elftes Gerät?

Ein zusätzliches Gerät hätte an den elf Spitzentagen jeweils ein zugemietetes Gerät ersetzt, also höchstens elf Gerätetage oder 330 € Zumiete im Quartal. Bei angenommenen 6.500 € Anschaffung dauert es auch bei vier gleich starken Quartalen rund fünf Jahre, bis sich der Kauf allein über ersparte Zumiete rechnet, ohne Wartung und Prüfung. Hier bleibt Zumiete günstiger, es sei denn, wegen fehlender Verfügbarkeit wurden zusätzlich Anfragen abgelehnt.

Typische Fehler bei der Messung

  • Durchschnitt über die ganze Gruppe: 60 % Auslastung bei „Scheinwerfern“ kann heißen, dass ein Modell dauernd fehlt und ein anderes im Regal steht. Messen Sie je Artikel oder baugleicher Gruppe.
  • Nur berechnete Tage zählen: Transport und Rücklauf binden das Gerät ebenfalls. Erfassen Sie beides getrennt.
  • Zu kurzer Zeitraum: Ein Quartal sagt wenig über das Jahr. Verwenden Sie zwölf Monate rollierend und vergleichen Sie Saisonmonate gesondert.
  • Neuzugänge und Abgänge falsch einrechnen: Ein Gerät, das im September gekauft wurde, hat im Quartal nicht 92 Bestandstage.
  • Defekte Geräte als verfügbar führen: Dann sinkt die Auslastung scheinbar, obwohl das Problem in der Instandhaltung liegt.
  • Sets und Einzelteile vermischen: Wird ein Gerät meist im Set vermietet, muss die Auslastung des Sets und seiner Bestandteile zusammenpassen.
  • Zumiete und abgelehnte Anfragen nicht erfassen: Ohne diese Zahlen lässt sich der tatsächliche Bedarf nicht beurteilen.

Welche Entscheidungen sich ableiten lassen

BefundMögliche Entscheidung
Hohe Auslastung, viele Spitzentage, hohe Zumietquote über das ganze JahrZukauf prüfen; Kauf gegen Zumietkosten rechnen
Spitzen nur in wenigen Wochen der SaisonZumiete beibehalten, Rahmenvereinbarung mit Partnern
Niedrige Auslastung, lange StandzeitVerkaufen, aussortieren oder gezielt anbieten
Mittlere Auslastung, hohe AusfallquoteInstandhaltung verbessern oder Modell ersetzen
Viele gebundene, aber wenige berechnete TagePreise, Mindestmietdauer oder Transportpauschalen prüfen
  • Hohe Auslastung, viele Spitzentage, hohe Zumietquote über das ganze Jahr

    Mögliche Entscheidung
    Zukauf prüfen; Kauf gegen Zumietkosten rechnen
  • Spitzen nur in wenigen Wochen der Saison

    Mögliche Entscheidung
    Zumiete beibehalten, Rahmenvereinbarung mit Partnern
  • Niedrige Auslastung, lange Standzeit

    Mögliche Entscheidung
    Verkaufen, aussortieren oder gezielt anbieten
  • Mittlere Auslastung, hohe Ausfallquote

    Mögliche Entscheidung
    Instandhaltung verbessern oder Modell ersetzen
  • Viele gebundene, aber wenige berechnete Tage

    Mögliche Entscheidung
    Preise, Mindestmietdauer oder Transportpauschalen prüfen

Kennzahlen ersetzen keine Einschätzung des Marktes. Ein selten vermietetes Gerät kann trotzdem nötig sein, weil es große Aufträge erst möglich macht. Die Zahlen helfen aber, solche Fälle bewusst zu entscheiden statt aus Gewohnheit.

Voraussetzungen für belastbare Zahlen

  • Jedes Gerät ist eindeutig erfasst, mit Seriennummer oder Barcode und Zugangsdatum.
  • Ausgabe und Rücknahme werden gebucht, nicht nur der Auftrag.
  • Reparatur, Prüfung und Sperrung sind als Status hinterlegt.
  • Zumiete läuft im selben System wie der eigene Bestand.
  • Abgelehnte oder nicht bedienbare Anfragen werden notiert.
  • Die Auswertung läuft auf denselben Daten wie die Disposition, ohne manuellen Export.

So unterstützt nice2CU

In nice2CU entstehen die Daten für diese Kennzahlen im laufenden Betrieb: bei Buchung, Ausgabe, Rücknahme und Rechnung.

  • Artikelstatistik mit Vermietquote, Umsatz und Rendite je Artikel.
  • Filter nach Zeitraum, Lager, Kundengruppe oder Artikelkategorie direkt im System, auf Live-Daten.
  • Live-Verfügbarkeit im Zeitstrahl, auch über mehrere Lager; Zumiete läuft im selben Vorgang mit.

Zu den Auswertungen

Häufige Fragen

01/Welche Auslastung ist im Mietpark gut?
Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht. Er hängt von Artikelart, Preis, Saison und Instandhaltungsaufwand ab. Aussagekräftiger als ein Prozentwert ist die Kombination aus Auslastung, Umsatz je Gerät, Spitzentagen und Zumietquote.
02/Zählen Transporttage zur Auslastung?
Für die zeitliche Auslastung ja, denn das Gerät steht in dieser Zeit nicht zur Verfügung. Für die Preisgestaltung sollten Sie gebundene und berechnete Tage getrennt betrachten.
03/Über welchen Zeitraum sollte ich messen?
Zwölf Monate rollierend. Kürzere Zeiträume eignen sich für Saisonvergleiche, aber nicht für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen.
04/Wann ist Zukauf günstiger als Zumiete?
Wenn die ersparten Zumietkosten und zusätzlich mögliche Aufträge über die Nutzungsdauer die Anschaffung samt Wartung und Prüfung übersteigen. Entscheidend sind die Spitzentage über das ganze Jahr, nicht die durchschnittliche Auslastung.

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