Auf einen Blick
- Die zeitliche Auslastung setzt die Tage, an denen ein Gerät gebunden war, ins Verhältnis zu den Tagen, an denen es im Bestand war.
- Auslastung allein reicht nicht: Umsatz je Gerät, Standzeit, Ausfallquote und Zumiete gehören dazu.
- Durchschnittswerte über eine Artikelgruppe verdecken Engpässe. Für Zukaufentscheidungen zählen die Spitzen.
- Messen Sie rollierend über zwölf Monate, sonst verzerrt die Saison das Bild.
Inhalt
Die wichtigsten Kennzahlen
| Kennzahl | Berechnung | Wofür |
|---|---|---|
| Zeitliche Auslastung | Gebundene Gerätetage ÷ Bestandstage | Wie viel der verfügbaren Zeit war das Gerät im Einsatz? |
| Netto-Auslastung | Gebundene Gerätetage ÷ (Bestandstage − Ausfalltage) | Auslastung der tatsächlich einsetzbaren Zeit |
| Ausfallquote | Tage in Reparatur oder Prüfung ÷ Bestandstage | Zustand und Instandhaltungsaufwand |
| Umsatz je Gerät | Mietumsatz der Gruppe ÷ Anzahl Geräte | Ertrag im Vergleich zur Anschaffung |
| Umsatz je Bestandstag | Mietumsatz ÷ Bestandstage | Vergleich zwischen Artikeln mit unterschiedlicher Stückzahl |
| Standzeit | Tage seit der letzten Vermietung | Kandidaten für Verkauf oder Aussortieren |
| Spitzenauslastung | Tage, an denen der gesamte Bestand gebunden war | Engpässe und Bedarf an Zumiete oder Zukauf |
| Zumietquote | Zugemietete Gerätetage ÷ gebundene Gerätetage | Wie oft reicht der eigene Bestand nicht? |
Zeitliche Auslastung
- Berechnung
- Gebundene Gerätetage ÷ Bestandstage
- Wofür
- Wie viel der verfügbaren Zeit war das Gerät im Einsatz?
Netto-Auslastung
- Berechnung
- Gebundene Gerätetage ÷ (Bestandstage − Ausfalltage)
- Wofür
- Auslastung der tatsächlich einsetzbaren Zeit
Ausfallquote
- Berechnung
- Tage in Reparatur oder Prüfung ÷ Bestandstage
- Wofür
- Zustand und Instandhaltungsaufwand
Umsatz je Gerät
- Berechnung
- Mietumsatz der Gruppe ÷ Anzahl Geräte
- Wofür
- Ertrag im Vergleich zur Anschaffung
Umsatz je Bestandstag
- Berechnung
- Mietumsatz ÷ Bestandstage
- Wofür
- Vergleich zwischen Artikeln mit unterschiedlicher Stückzahl
Standzeit
- Berechnung
- Tage seit der letzten Vermietung
- Wofür
- Kandidaten für Verkauf oder Aussortieren
Spitzenauslastung
- Berechnung
- Tage, an denen der gesamte Bestand gebunden war
- Wofür
- Engpässe und Bedarf an Zumiete oder Zukauf
Zumietquote
- Berechnung
- Zugemietete Gerätetage ÷ gebundene Gerätetage
- Wofür
- Wie oft reicht der eigene Bestand nicht?
Gebunden heißt: Das Gerät stand für einen anderen Auftrag nicht zur Verfügung. Dazu gehören Transport, Aufbau und der Rücklauf bis zur erneuten Verfügbarkeit, nicht nur die berechneten Miettage. Wer nur berechnete Tage zählt, unterschätzt die Bindung, etwa bei Wochenendmieten, die als ein Tag abgerechnet werden.
Rechenbeispiel: zehn Moving Heads im dritten Quartal
Die folgenden Zahlen sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung. Ein Vermieter hat zehn baugleiche Moving Heads. Betrachtet wird das dritte Quartal mit 92 Tagen.
| Größe | Wert | Rechnung |
|---|---|---|
| Bestandstage | 920 | 10 Geräte × 92 Tage |
| Gebundene Gerätetage | 506 | Summe aller Tage außer Haus inkl. Transport und Rücklauf |
| Ausfalltage | 46 | Reparatur, Prüfung, Reinigung |
| Zeitliche Auslastung | 55,0 % | 506 ÷ 920 |
| Netto-Auslastung | 57,9 % | 506 ÷ (920 − 46) |
| Ausfallquote | 5,0 % | 46 ÷ 920 |
| Berechnete Miettage | 398 | laut Rechnungen |
| Mietumsatz | 17.910 € | 398 × 45 € netto je Miettag |
| Umsatz je Gerät | 1.791 € | 17.910 € ÷ 10 |
| Umsatz je Bestandstag | 19,47 € | 17.910 € ÷ 920 |
| Spitzentage | 11 | alle zehn Geräte gebunden |
| Zugemietete Gerätetage | 34 | à 30 € = 1.020 € Zumietkosten |
Bestandstage
- Wert
- 920
- Rechnung
- 10 Geräte × 92 Tage
Gebundene Gerätetage
- Wert
- 506
- Rechnung
- Summe aller Tage außer Haus inkl. Transport und Rücklauf
Ausfalltage
- Wert
- 46
- Rechnung
- Reparatur, Prüfung, Reinigung
Zeitliche Auslastung
- Wert
- 55,0 %
- Rechnung
- 506 ÷ 920
Netto-Auslastung
- Wert
- 57,9 %
- Rechnung
- 506 ÷ (920 − 46)
Ausfallquote
- Wert
- 5,0 %
- Rechnung
- 46 ÷ 920
Berechnete Miettage
- Wert
- 398
- Rechnung
- laut Rechnungen
Mietumsatz
- Wert
- 17.910 €
- Rechnung
- 398 × 45 € netto je Miettag
Umsatz je Gerät
- Wert
- 1.791 €
- Rechnung
- 17.910 € ÷ 10
Umsatz je Bestandstag
- Wert
- 19,47 €
- Rechnung
- 17.910 € ÷ 920
Spitzentage
- Wert
- 11
- Rechnung
- alle zehn Geräte gebunden
Zugemietete Gerätetage
- Wert
- 34
- Rechnung
- à 30 € = 1.020 € Zumietkosten
Auf den ersten Blick wirkt der Bestand mit 55 % gut, aber nicht voll ausgelastet. Die Spitzentage zeigen ein anderes Bild: An elf Tagen reichte er nicht, und es wurden insgesamt 34 Gerätetage zugemietet. Gleichzeitig werden nur 398 der 506 gebundenen Tage berechnet, rund 79 %. Die Differenz entsteht durch Transport, Rücklauf und Pauschalen und ist ein Ansatzpunkt für die Preisgestaltung.
Lohnt sich ein elftes Gerät?
Ein zusätzliches Gerät hätte an den elf Spitzentagen jeweils ein zugemietetes Gerät ersetzt, also höchstens elf Gerätetage oder 330 € Zumiete im Quartal. Bei angenommenen 6.500 € Anschaffung dauert es auch bei vier gleich starken Quartalen rund fünf Jahre, bis sich der Kauf allein über ersparte Zumiete rechnet, ohne Wartung und Prüfung. Hier bleibt Zumiete günstiger, es sei denn, wegen fehlender Verfügbarkeit wurden zusätzlich Anfragen abgelehnt.
Typische Fehler bei der Messung
- Durchschnitt über die ganze Gruppe: 60 % Auslastung bei „Scheinwerfern“ kann heißen, dass ein Modell dauernd fehlt und ein anderes im Regal steht. Messen Sie je Artikel oder baugleicher Gruppe.
- Nur berechnete Tage zählen: Transport und Rücklauf binden das Gerät ebenfalls. Erfassen Sie beides getrennt.
- Zu kurzer Zeitraum: Ein Quartal sagt wenig über das Jahr. Verwenden Sie zwölf Monate rollierend und vergleichen Sie Saisonmonate gesondert.
- Neuzugänge und Abgänge falsch einrechnen: Ein Gerät, das im September gekauft wurde, hat im Quartal nicht 92 Bestandstage.
- Defekte Geräte als verfügbar führen: Dann sinkt die Auslastung scheinbar, obwohl das Problem in der Instandhaltung liegt.
- Sets und Einzelteile vermischen: Wird ein Gerät meist im Set vermietet, muss die Auslastung des Sets und seiner Bestandteile zusammenpassen.
- Zumiete und abgelehnte Anfragen nicht erfassen: Ohne diese Zahlen lässt sich der tatsächliche Bedarf nicht beurteilen.
Welche Entscheidungen sich ableiten lassen
| Befund | Mögliche Entscheidung |
|---|---|
| Hohe Auslastung, viele Spitzentage, hohe Zumietquote über das ganze Jahr | Zukauf prüfen; Kauf gegen Zumietkosten rechnen |
| Spitzen nur in wenigen Wochen der Saison | Zumiete beibehalten, Rahmenvereinbarung mit Partnern |
| Niedrige Auslastung, lange Standzeit | Verkaufen, aussortieren oder gezielt anbieten |
| Mittlere Auslastung, hohe Ausfallquote | Instandhaltung verbessern oder Modell ersetzen |
| Viele gebundene, aber wenige berechnete Tage | Preise, Mindestmietdauer oder Transportpauschalen prüfen |
Hohe Auslastung, viele Spitzentage, hohe Zumietquote über das ganze Jahr
- Mögliche Entscheidung
- Zukauf prüfen; Kauf gegen Zumietkosten rechnen
Spitzen nur in wenigen Wochen der Saison
- Mögliche Entscheidung
- Zumiete beibehalten, Rahmenvereinbarung mit Partnern
Niedrige Auslastung, lange Standzeit
- Mögliche Entscheidung
- Verkaufen, aussortieren oder gezielt anbieten
Mittlere Auslastung, hohe Ausfallquote
- Mögliche Entscheidung
- Instandhaltung verbessern oder Modell ersetzen
Viele gebundene, aber wenige berechnete Tage
- Mögliche Entscheidung
- Preise, Mindestmietdauer oder Transportpauschalen prüfen
Kennzahlen ersetzen keine Einschätzung des Marktes. Ein selten vermietetes Gerät kann trotzdem nötig sein, weil es große Aufträge erst möglich macht. Die Zahlen helfen aber, solche Fälle bewusst zu entscheiden statt aus Gewohnheit.
Voraussetzungen für belastbare Zahlen
- Jedes Gerät ist eindeutig erfasst, mit Seriennummer oder Barcode und Zugangsdatum.
- Ausgabe und Rücknahme werden gebucht, nicht nur der Auftrag.
- Reparatur, Prüfung und Sperrung sind als Status hinterlegt.
- Zumiete läuft im selben System wie der eigene Bestand.
- Abgelehnte oder nicht bedienbare Anfragen werden notiert.
- Die Auswertung läuft auf denselben Daten wie die Disposition, ohne manuellen Export.
So unterstützt nice2CU
In nice2CU entstehen die Daten für diese Kennzahlen im laufenden Betrieb: bei Buchung, Ausgabe, Rücknahme und Rechnung.
- Artikelstatistik mit Vermietquote, Umsatz und Rendite je Artikel.
- Filter nach Zeitraum, Lager, Kundengruppe oder Artikelkategorie direkt im System, auf Live-Daten.
- Live-Verfügbarkeit im Zeitstrahl, auch über mehrere Lager; Zumiete läuft im selben Vorgang mit.



